Wer eine Immobilie erwerben möchte, sollte die Möglichkeiten staatlicher Förderung frühzeitig in seine Planung einbeziehen. Die richtige Kombination der Immobilienfinanzierung mit Förderdarlehen lohnt sich.
Spielend ins Eigenheim (Foto: LBS)
Wer in Deutschland ein Haus oder eine Wohnung baut, kauft oder modernisiert, bekommt dafür staatliche Förderung.
Die bundeseigene KfW-Bank, ehemals Kreditanstalt für Wiederaufbau, ist bundesweit der größte Anbieter von Fördermitteln, die in der Regel als zinsgünstige Darlehen vergeben werden.
Bereits vor dem Kauf sollten Sie sich über die für Sie möglichen Fördermittel informieren.
Welche Programme sind für meine Baufinanzierung richtig? Diese Frage sollte bereits vor dem Kauf erwogen und in die Berechnung der Baufinanzierung einbezogen werden. Welche lohnen sich besonders und lassen sich am besten in das Finanzierungskonzept einbinden?
Ein Beispiel:
1. Der Finanzierungsbedarf
Kaufpreis der Immobilie: 230.000 Euro
Kaufnebenkosten: 23.000 Euro
Eigenkapitel: 50.000 Euro
Finanzierungsbedarf: 203.000 Euro
2. Die Finanzierung
KfW-Förderung aus dem
Wohneigentumsprogramm
(30 Prozent der Gesamtkosten,
maximal 100.000 Euro): 75.000 Euro
Hypothekendarlehen der Hausbank: 128.000 Euro
Anlaufstelle für eine Beratung sind bei KfW-Darlehen die Hausbank oder unabhängige Finanzierungsberater, da die KfW-Bank keine eigenen Filialen betreibt. Deswegen muss auch der Förderantrag über die Hausbank abgewickelt werden.
Die energetische Sanierung von Immobilien wird stark gefördert.
Soll die Immobilie auch energetisch saniert werden, ist das Angebot an Fördermitteln deutlich größer. Hier sind versierte Energieberater gefragt, die Ihre geplanten Maßnahmen zur Energieeinsparung mit entsprechenden Programmen verbinden können.
Auch hierzu ein Beispiel:
1. Der Finanzierungsbedarf
Kaufpreis der Immobilie: 230.000 Euro
Kaufnebenkosten: 23.000 Euro
Kosten der energetischen
Sanierung: 40.000 Euro
Eigenkapital: 60.000 Euro
Finanzierungsbedarf: 233.000 Euro
2. Die Finanzierung
KfW-Förderung aus dem
Wohneigentumsprogramm: 87.000 Euro
KfW-Förderung aus dem
Programm „Energieeffizient sanieren“
(maximal 75.000 Euro): 40.000 Euro
Hypothekendarlehen der Hausbank: 106.000 Euro
Je höher der Anteil der staatlichen Förderdarlehen am Gesamtkonzept ist, desto niedriger ist in der Regel die monatliche Belastung, denn die KfW-Darlehen zeichnen sich durch niedrigere als die marktüblichen Zinssätze aus – vor allem, wenn strenge Kriterien an die energetische Sanierung erfüllt werden.
Überprüfen Sie die zusätzlichen Fördermittel. Sie dürfen nicht mehr als zehn Prozent der KfW-Förderung ausmachen. (Foto: VR Bank)
Für eine energetische Sanierung gibt es nicht nur spezielle KfW-Programme, aus denen Sie Förderdarlehen oder sogar Zuschüsse bekommen können, sondern auch Programme der Bundesländer und Kommunen. Welche Förderungen am Ort, an dem Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung gefunden haben und zur Verfügung stehen, an welche Bedingungen sie geknüpft sind, lässt sich nicht verallgemeinern. Wichtig: Eine Kombination der KfW-Programme mit weiteren Fördermitteln ist zwar zulässig, allerdings gilt eine Zehn-Prozent-Regel, die besagt, dass Fördermittel aus anderen als den KfW-Programmen nicht mehr als zehn Prozent der KfW-Förderung ausmachen dürfen. Andernfalls wird dieser Förderanteil gekürzt.
Prüfen Sie Ihren Bankberater!
Verbraucherschützer haben in den vergangenen Jahren die Beratungsqualität von Banken und Baufinanzierern geprüft und den Beratern dabei nicht immer gute Zeugnisse ausgestellt. Vor allem die Kombination der bankeigenen Hypothekenfinanzierung mit den Förderprogrammen war einer ihrer Kritikpunkte. Deswegen ist es umso wichtiger, weitere Fachleute wie unabhängige Finanzierungs- oder Energieberater hinzuzuziehen. Vieles, was Ihnen helfen kann, finden Sie auf ImmobilienScout24.
Eine gute Recherche im Vorfeld ermöglicht Ihnen so die optimale Verbindung von Hypothekendarlehen und Fördermitteln und damit die Chance auf eine besonders niedrige Belastung.
Weiterführende Links:
www.kfw.de