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Technischer Fortschritt erhöht die Erdölvorräte

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Institut für Wärme und Oeltechnik e.V.

Globale Reserven reichen für Generationen

"Ebenso wie die Steinzeit nicht aus einem Mangel an Steinen zu Ende ging, wird das Ölzeitalter nicht aus Mangel an Öl enden." Mit diesem Vergleich verweist Karl-Heinz Schult-Bornemann, Kommunikationschef einer der größten internationalen Mineralölgesellschaften, alle Spekulationen über ein baldiges Versiegen der weltweiten Erdölquellen ins Reich der Fabeln. "Vielmehr werden auch die Enkel unserer Enkel noch genügend Öl zur Verfügung haben", versicherte er im Rahmen der "7. Berliner Energietage", an denen sich insgesamt mehr als 2500 Fachleute zum Thema Energieeffizienz in Deutschland informierten.

Seine These untermauerte Schult-Bornemann mit gesicherten Daten. Und vor allem räumte er mit einer weit verbreiteten Fehlinterpretation des Begriffs "Ölreichweite" auf, die fälschlicherweise oft mit einer Tankreichweite gleichgesetzt wird. So betrugen 1940 die sicher bestätigten Welterdölreserven 6 Mrd. Tonnen, woraus sich auf Basis des damaligen Verbrauchs eine Reichweite von 21 Jahren ergab. Nach Ablauf dieser 21 Jahre waren die sicher bestätigten Reserven auf 41 Mrd. Tonnen gestiegen. Die Reichweite hatte sich, bezogen auf den weltweiten Verbrauch des Jahres 1960, auf 38 Jahre verlängert. Zum Jahresbeginn 2006 lagen die globalen Erdölvorräte mit 176 Mrd. Tonnen auf einem neuen Rekordstand. Eine daraus resultierende rein rechnerische Reichweite auf Basis des Jahresverbrauchs 2005 beträgt rund 50 Jahre. Womit deutlich wird: Die Ölreichweite gibt stets nur eine Momentaufnahme wieder, ist für zuverlässige Prognosen also gänzlich ungeeignet.

Die weltweiten Erdölvorkommen

Die weltweiten Erdölvorkommen

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
"Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierostiffen 2004", Kurzstudie (Grafik: IWO)

Wesentliche Faktoren bleiben nämlich bei einer solchen Hochrechnung völlig unberücksichtigt, etwa die Erschließung neuer Ölvorkommen, insbesondere aber der technische Fortschritt. So haben sich von 1980 bis heute die sicher bestätigten Erdölreserven vor allem aufgrund technischer Verbesserungen im Bereich der Exploration glatt verdoppelt, weniger aufgrund eines raschen Auffindens neuer großer Lagerstätten. Zu den nachhaltigsten Entwicklungen zählen unter anderem die 3-D-Seismik, gravimetrische Messungen via Satellit, Horizontalbohrungen, elektromagnetische Suchmethoden sowie die Offshore-Förderung in immer größeren Meerestiefen. Mit Erschließungsvorhaben in 3000 Metern Tiefe wurde bereits begonnen. So hat der technische Fortschritt in immer kürzeren Abständen zuvor Unmögliches möglich gemacht.

Ferner: Bei den sicheren Reserven handelt es sich ausschließlich um Vorkommen, die durch Bohrung bestätigt und mit heutiger Technik wirtschaftlich förderbar sind. Darüber hinaus gibt es die um ein Vielfaches größeren Ressourcen, zu denen auch Schweröle, Ölsande und Ölschiefer gehören. Schon bei der Zuordnung dieser nachgewiesenen oder geologisch potenziellen Mengen kommt es zu unterschiedlichen Bewertungen. So beziffern die internationalen Mineralölgesellschaften die gesicherten Ölreserven aktuell auf 176 Mrd. Tonnen, während die deutsche "Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe" (BGR) insgesamt 226 Mrd. Tonnen aufführt. Denn die Fachbehörde des Bundeswirtschaftsministeriums zählt bereits 50 Mrd. Tonnen der nicht-konventionellen Schwerstölvorkommen in Venezuela zu den sicheren Reserven, während diese in den Büchern der Mineralölwirtschaft noch als Ressourcen geführt werden.

IWO 2006