Marion Götza, Redakteurin "Der Immobilienbrief"
Nach einem Rückgang im vergangenen Jahr steigt 2008 das Immobilienleasing wieder um 3,3% und erreicht ein Neugeschäftsvolumen von 5,2 Mrd. Euro, erklärt Reinhard Gödel, Präsident des BDL. Im Mobilien-Leasing zeigen die Sektoren Nachrichten- und Signaltechnik und sonstige Ausrüstungen ein gutes Wachstum. Dieses Ergebnis ist zwar recht zufriedenstellend, die Finanzmarktkrise ist jedoch inzwischen auch bei den Leasing-Gesellschaften zu spüren. Nachdem die Branche im ersten Halbjahr des Jahres noch ein Wachstum von 9,0% beim Mobilien-Leasing erzielte, ging das Wachstum im dritten Quartal bereits auf 3,6% zurück. Für das vierte Quartal wird eine weitere Abschwächung des Neugeschäftes erwartet.
Mit über 1,7 Millionen neuen Leasing-Verträgen in 2008 realisierten rund 2/3 aller Unternehmen in Deutschland einen großen Teil ihrer Investitionen über Leasing. Nach einer Untersuchung des ifo Institutes für Wirtschaftsforschung liegt der Anteil von Leasing an den außenfinanzierten Investitionen derzeit bei rund 54%. Leasing ermöglicht auch mittelständischen Unternehmen angesichts der derzeitigen Krise, ihre geplanten Investitionen zu realisieren. Auch künftig sollte den Leasing-Gesellschaften ausreichend Refinanzierungsmittel zur Verfügung stehen. Der Branche drohe zwar aktuell noch keine Kreditklemme, aber es werde wesentlich intensiver mit den Banken gesprochen. Außerdem sei die Refinanzierung teurer geworden und werde voraussichtlich durch höhere Preise an die Kunden weitergegeben werden müssen.
Gödel kritisiert, dass Landesbanken aus dem Refinanzierungsgeschäft der Leasing-Branche aussteigen und gleichzeitig den Banken-Rettungsschirm der Bundesregierung an Anspruch nehmen. Die Maßnahmen des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes sollen schließlich dazu beitragen, die Finanzierung besonders von kleinen und mittleren Unternehmen abzusichern. Davon merkt allerdings die mittelständisch geprägte Leasing-Branche mit ihrem mittelständischen Kundenstamm nicht genug. Hier sollten die Banken ihre gesamtwirtschaftliche Verantwortung sehen und wahrnehmen.