Lexikon Baufinanzierung
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Eigentumswohnung

Eigentümer von Mehrfamilienhäusern haben nach den Vorschriften des Wohnungseigentumsgesetz (WEG) die Möglichkeit, an einer innerhalb eines Gebäudes befindlichen Wohnung zugunsten Dritter Wohnungseigentum einzuräumen. Auf diese Weise entstehen Eigentumswohnungen.

Der Erwerber einer Eigentumswohnung erwirbt einen Teil des Hauses und einen Teil des Grundstücks. Insoweit muss rechtlich zwischen dem Miteigentumsanteil an dem Grundstück und dem Eigentum an der Wohnung, dem sogenannten Sondereigentum, unterschieden werden. Das Preisniveau bei Eigentumswohnungen ist abhängig von der Lage, dem Zustand, der Ausstattung und der Größe der Wohnung. Eine Wohnung in einem neu errichteten Wohnhaus in einer Großstadt ist dementsprechend wesentlich teurer als eine kleine, bereits viele Jahre genutzte Eigentumswohnung in einer kleinen Stadt in ländlichem Gebiet. Daher sollten Interessenten den Wert einer Immobilie stets von fachkundigen Gutachtern ermitteln lassen.

Rechtliche Aspekte bei Eigentumswohnungen

Nach § 1 Absatz 2 des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) versteht man unter dem Begriff Wohnungseigentum das Sondereigentum an einer Wohnung in Verbindung mit dem jeweiligen Miteigentumsanteil an dem gemeinschaftlichen Eigentum, zu dem es gehört. Demgegenüber ist Teileigentum gemäß § 1 Absatz 3 des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) das Sondereigentum an nicht zu Wohnzwecken dienenden Räumen eines Gebäudes Wohnung in Verbindung mit dem jeweiligen Miteigentumsanteil an dem gemeinschaftlichen Eigentum, zu dem es gehört.

Neubauwohnungen: Baubeschreibung und Unterlagen prüfen

Eigentumswohnungen werden oft im Rahmen von Neubauprojekten angeboten. Dabei sollten sich Interessenten ausführlich über die Bauträger und weitere beteiligte Unternehmen informieren. Oft lässt sich eine Musterwohnung besichtigen. Für diese noch nicht gebauten Eigentumswohnungen ist die Baubeschreibung wichtig. In ihr ist schriftlich fixiert, welche Leistungen der Bauträger dem Käufer schuldet. Was in der Baubeschreibung nicht aufgeführt ist – wie beispielsweise energetisches Konzept, Sanitärausstattung oder Schallschutz – muss der Bauträger nicht berücksichtigen. Daher sollten sämtliche Unterlagen für den Kauf einer Eigentumswohnung genau geprüft werden. Nur so lassen sich Überraschungen, versteckte Kosten und Missverständnisse vermeiden. 

Eigentumswohnung: Finanzierung und Folgekosten kalkulieren

Wenn eine Eigentumswohnung in Betracht kommt, sollte stets die Finanzierung optimal gesichert sein. Dabei kommt einer möglichst günstigen Finanzierung durch Fremdkapital und einem ausreichend hohen Eigenkapitalanteil die größte Bedeutung zu. So sollte der Eigenkapitalanteil nach Meinung vieler Experten mindestens 20 Prozent betragen. Die Auswahl an Kreditformen mit unterschiedlichen Verzinsungen und Laufzeiten ist groß. Eine ausführliche Beratung und eine genaue Aufstellung der persönlichen monatlichen Kosten geben bereits einen Aufschluss darüber, ob eine Baufinanzierung funktioniert oder mit zu großem finanziellem Aufwand verbunden ist. Zusätzlich sind bei Eigentumswohnungen die Folgekosten zu berücksichtigen und detailliert zu kalkulieren. So ist beispielsweise nicht auszuschließen, dass die Eigentümergemeinschaft möglicherweise die Instandhaltungsrücklage erhöhen müsste. 

Eigentum als Kapitalanlage oder zur Selbstnutzung

Eigentumswohnungen erfreuen sich als Kapitalanlage konstant hoher Beliebtheit. Denn in deutschen Großstädten und deren Umland übersteigt die Nachfrage oft das Angebot. Daher sind gerade Eigentumswohnungen in Wachstumsgebieten als Kapitalanlage geeignet und bieten gute Renditechancen. Selbst genutzte Eigentumswohnungen sind beliebt, weil sie eine geeignete Alternative zu einem eigenen Haus oder zur Mietwohnung sind. Dabei sind der Wunsch nach eigenen vier Wänden und die Unabhängigkeit von möglicherweise konstant steigenden Mietpreisen häufige Gründe für die Entscheidung, eine Eigentumswohnung zu erwerben.