Lexikon Baufinanzierung
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Darlehensphase

Mit der Darlehensphase beginnt die letzte Etappe des Bausparvertrages. Die Höhe des zweckgebundenen Kredites ergibt sich aus der Differenz zwischen Bausparsumme und angespartem Bausparguthaben. Bausparkassen gestalten das Darlehen meist in Form eines Annuitätendarlehens.

Der Grundgedanke des Bausparens und dem damit verbundenen Bauspardarlehens ist die Förderung von Wohneigentum. Um dieser Idee gerecht zu werden, sind die Verwendungsmöglichkeiten des Bauspardarlehens gesetzlich geregelt (§§ 1, 4 Bausparkassengesetz). Grundsätzlich gilt, dass das Darlehen der Bausparkasse für alle Zwecke rund um die Immobilie gewährt wird. Das heißt, das Geld muss für die eigene Immobilie genutzt werden wie zum Beispiel für den Immobilienkauf, Umbau, Anbau oder Sanierungsmaßnahmen. Auch wenn Ihnen in dieser Phase das Bauspardarlehen zusteht, kann es jedoch nicht für jeden beliebigen Zweck in Anspruch genommen werden.

Beginn der Darlehensphase

Die Darlehensphase beginnt direkt nach dem Ende der Zuteilungsphase und der Darlehensbeantragung. Die Darlehensphase kann etwas verzögert werden, wenn Bausparer etwa die Auszahlung ihrer Bausparsumme verschieben oder auf unbestimmte Zeit ablehnen. Dies ist möglich, sobald das Bausparguthaben die benötigte Bewertungszahl erreicht hat und zur Auszahlung freigegeben wurde. Dann können Sparer einen schriftlichen Antrag auf das Verschieben der Zuteilung stellen. Dies wiederum verschiebt den Beginn der Darlehensphase nach hinten, da diese frühestens nach der Auszahlung des Bausparguthabens und dem Abschluss des Darlehensvertrages beginnen kann. Sind Sparer zum Beispiel nicht liquide genug, um die benötigten Tilgungsraten während der Darlehensphase zu begleichen, kann durch das Herauszögern des Phasenbeginns einfach noch weiter in den Bausparvertrag eingezahlt werden, bis sich die finanzielle Situation verbessert hat.

Darlehensvertrag

Haben sich Sparer dazu entschieden, ihre gesamte Bausparsumme in Anspruch zu nehmen, müssen sie nach dem Ende der Zuteilungsphase das Darlehen beim Kreditgeber beantragen. Dieses wurde zwar bereits mit Abschluss des Bausparvertrages vereinbart, wird aber erst jetzt fällig. Die erneute Beantragung ist deswegen wichtig, da das Darlehen nicht immer in Anspruch genommen werden muss. Sollten Sparer kein Interesse mehr an der Inanspruchnahme eines Kredites haben, können sie ihren Bausparvertrag ab der Zuteilungsphase kündigen und sich ihr eingezahltes Guthaben auszahlen lassen – der Ablauf dessen ist immer vertraglich geregelt. Soll die gesamte im Vertrag vereinbarte Bausparsumme ausgezahlt werden, muss dies mit der Beantragung des Darlehens erst in Gang gesetzt werden. Der daraufhin geschlossene Darlehensvertrag unterliegt den beim Abschluss des Bausparvertrages vereinbarten Rahmenbedingungen.

Darlehensgebühren

Für die Bereitstellung des Darlehens fallen Darlehensgebühren von 2 bis 3 Prozent der Darlehenssumme an. Die Gebühr wird vor der Auszahlung auf den Darlehensbetrag aufgeschlagen, das bedeutet es werden auch auf die Darlehensgebühren Zinsen erhoben.

Rückzahlung

Der Rückzahlungszeitraum des Bauspardarlehens ist verglichen mit einem Hypothekenkredit deutlich kürzer – oft liegt dieser zwischen 7 und 12 Jahre. Um die kurze Rückzahlungszeit einzuhalten, sind die monatlichen Darlehensraten relativ hoch. Üblicherweise besteht eine Monatsrate aus dem Darlehenszins und der Tilgung, die bei 0,6 Prozent der Bausparsumme liegt. Ein Beispiel: Sie haben einen Bausparvertrag mit einer Bausparsumme von 50.000 Euro abgeschlossen. Somit steht Ihnen bei Zuteilungsreife des Vertrages ein Bauspardarlehen von 25.000 Euro zu. Dann entspricht die monatliche Rate für das Darlehen bei einem Darlehenszins von 3 Prozent ca. 425 Euro (ohne Berücksichtigung der Darlehensgebühr und Versicherungsprämie).

Absicherung des Bauspardarlehens

Wie ein Hypothekenkredit muss auch das Bauspardarlehen abgesichert werden. Die Art der Absicherung ist von der Höhe des Darlehens abhängig. In der Praxis wird bei einem Darlehensbetrag über 10.000 Euro eine grundpfandrechtliche Absicherung notwendig. Für Bausparer bedeutet das, dass eine Grundschuld zugunsten der Bausparkasse in das Grundbuch der Immobilie eingetragen wird. Darlehen mit einem Betrag von 10.000 Euro oder weniger erfordern allerdings keine Grundschuld. Hier reicht eine Verpflichtung des Darlehensnehmers das Wohneigentum während der Darlehenslaufzeit weder zu verpfänden noch zu verkaufen. Die genauen Betragsgrenzen sind in den AGBs der Bausparkassen ausgewiesen.

Restschuldversicherung

Bausparkassen schließen für alle Darlehensnehmer eine Restschuldversicherung ab. Die Versicherungsprämie zahlt der Bausparer jährlich neben den monatlich anfallenden Raten. Die Versicherung trägt im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Bausparers die Zahlungsansprüche der Bausparkasse.