Lexikon Baufinanzierung
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Abschreibung - degressive

Unter einer degressiven Abschreibung versteht man eine Abschreibungsform bei der die Beträge der Absetzung für Abnutzung (AfA) sich aus einem Absetzungssatz, also prozentual, berechnen. Dies hat zur Folge, dass die AfA nicht linear in gleichbleibenden Abschreibungsbeträgen erfolgt, sondern ein Gebäude in langsam kleiner werdenden Abschreibungsbeträgen von der Steuer abgesetzt werden kann.

Diese Form der Absetzung berücksichtigt, dass eine Immobilie in den ersten Jahren ihrer Nutzung stärker an Wert verliert als in den Folgejahren. 2007 wurde die degressive Abschreibung abgeschafft. Nach Ausnahmeregeln in den Jahren 2009 und 2010 kann seit 2011 nicht mehr degressiv abgeschrieben werden. Da Immobilien über einen Zeitraum von bis zu 50 Jahren abgeschrieben werden können, laufen noch bestehende degressive Abschreibungen nach dem Abschreibungszeitraum endgültig aus. 

Höhere Abschreibungssätze in den ersten Jahren

Die degressive Abschreibung bietet besonders in den ersten Jahren nach Anschaffung der Immobilie den Vorteil, dass die Abschreibungsbeträge sehr viel höher sind als bei der linearen Abschreibung. Immobilien, die nach dem 01.01.2006 gebaut oder gekauft wurden, können nicht mehr degressiv abgeschrieben werden. Es gab für Wohn- und Betriebsgebäude unterschiedliche Abschreibungssätze, die in den Anschaffungsjahren teilweise bei zehn Prozent lagen und somit dem Eigentümer in den ersten Jahren einen hohen steuerlichen Effekt boten. Um in den Genuss der degressiven Abschreibung zu kommen, musste der Immobilienbesitzer der Bauherr sein oder das Objekt im Jahr der Fertigstellung erwerben. 

Abschreibung nur für Gebäude möglich, nicht für Grundstücke

Mit der degressiven Abschreibungsmethode amortisiert sich ein Großteil der investierten Gelder binnen weniger Jahre. Sowohl bei der degressiven, als auch bei der linearen Abschreibung beschränkt sich die Möglichkeit zur Abschreibung auf das Gebäude selbst und nicht auf das Grundstück, auf dem es sich befindet. Dies ergibt sich daraus, dass Grundstücke im Gegensatz zu Gebäuden nicht an Wert verlieren. Wird ein Gebäude erworben, kann also nur der Betrag abgeschrieben werden, der tatsächlich für das Gebäude anfällt. Die Grundstückskosten werden nach der Bodenrichtwert-Tabelle vom Kaufpreis abgezogen. Das Finanzamt berücksichtigt jedoch anteilig die Kosten für angefallene Maklerprovisionen.